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Sonntag, 29. März 2015

American Girl

Wie ist es in den USA zu leben? Ich bin jetzt seit gut 4 Jahren hier und so langsam habe ich das Gefühl anzukommen. Dass ich gerade bei meinem festen amerikanischen Freund einzegogen bin hilft dabei natürlich. Es wird mal Zeit für eine Analyse.
Vor meiner Auswanderung hatte natürlich allerlei Vorurteile gegenüber den Amerikanern. Dinge die ich absolut nicht leiden kann, wie zB diese Eingebildetheit von wegen die USA wären das beste Land der Welt und bietet den besten Lebensstandard und die besten Möglichkeiten und deswegen will jeder hier einwandern. Dem kann man als Deutscher nicht zustimmen, denn in Deutschland zu leben hat viele viele Vorteile. Viele von denen bemerkt man erst wenn man sie nicht mehr hat. Außerdem missfällt mir natürlich die amerikanische Einstellung zu Militär und Krieg und das allgemeine "I am proud to be american".
Als deutscher Staatsbürger hat man es ja aufgrund der Geschichte etwas schwieriger mit Landesstolz und man versucht ihn bis auf während Fussbalweltmeisterschaften tunlichst zu vermeiden.
Ich bin wegen des furchtbaren deutschen Klimas ausgewandert. Mir war es in Deutschland einfach zu lange zu kalt und zu grau. Mein Ziel war subtropisches bis tropisches Klima in einem gut entwickelten Land. Nach einem Blick auf die Weltkarte kamen USA, Australien und Singapoor in Frage. Australien ist toll bis auf die Riesenspinnen aber so wahnsinnig weit weg von Deutschland und den totalen asiatischen Kulturshock in Singapoor wollte ich dann doch nicht. Also USA.
Nun bin ich hier und was macht man als vorbildlicher Ausländer? Was bekommen unsere deutschen Mitbürger mit Migrationshintergrund immer zu hören, was absolut notwendig ist um gut in Deutschland zu leben? Integration, Integration und nochmal Integration! 

 Am Galveston Strand letzte Woche

So versuche ich mich so gut es geht in die amerikanische Kultur zu integrieren. Die Kulturen sind sich recht ähnlich und ich gehe auch optisch als Amerikanerin durch. Allerdings gibt es doch ein paar Dinge die grundlegend verschieden sind, und an denen gilt es zu arbeiten.
Da wären Höflichkeitsfloskeln: Guten Tag, hi oder subtiles höfliches Nicken ist: "hi, how are you?" Antwort ist: "pretty good, how are you?" Das kommt zum Einsatz bei Freunden und bei Bekannten aber auch bei Kollegen, oder unbekannten Leuten in Geschäften von denen man irgendeinen Service bekommt oder erwartet.
Auch wenn man in 99% der Fälle (außer bei Freunden und Bekannten) nicht daran interessiert ist, wie es dem Gegenüber geht oder man denkt, dass es den Gegenüber nix angeht wie es einem selbst geht, ist es doch so üblich. Ich tue mich damit noch immer schwer, ich kann mich halt nur schlecht verstellen, besonders wenn ich sagen muss dass es mir gut geht wenn ich in Wirklichkeit total gestresst bin und dringend Schlaf bräuchte.
Mehr lächeln. Amerikaner lächeln in der Regel viel mehr als Deutsche. Die meisten können es so gut, dass es nichtmal auffällt dass es gekünstelt ist. Sie lächeln auch während sie mit einem reden. Auch das ist für mich noch sehr schwer, weil ich ähnlich wie siehe oben eigentlich nur lächele wenn mir danach ist.  
Ich kann endlich wieder Umlaute ä,ö,ü und ß auf meinem amerikanischen PC schreiben :-) Keyboard Auflage mit aufgeklebten deutschen Buchstaben. Umschalten zwischen DEU und ENG geht ganz einfach.

Don't complain! Wenn man sich über etwas Gravierendes beschweren will, muss man erstmal aufzählen was alles positiv ist und dann sagen, dass da ein kleines Problemchen ist, welches verbessert werden könnte. Im Allgenmeinen mögen es Amerikaner nicht wenn man sich über irgendwas beschwert. Am besten ist es immer eine positive Einstellung zu haben. So eine Einstellung verträgt sich natürlich überhauptnicht mit dem Hang zur deutschen Genauigkeit und dem deutschen Perfektionismus. Wenn in Deutschland etwas nicht gut oder perfekt ist, sagt man das einfach und das nimmt niemand fürcherlich persönlich sondern es wird halt korrigert und verbessert. Amerikaner sind dann auch noch so merkwürdig und streiten offensichtlich von ihnen begangne Fehler mit irgendwelchen lächerlichen Ausreden ab. Mein Freund hat mir schonmal versucht zu erklären warum das so ist aber ich hab das bisher noch nicht verstanden.
Die Amerikaner nehmen es nicht so genau und es wird auch schonmal übelst gepfuscht. Nun ja, ich hab es mir ja so ausgesucht und es hilft nicht sich darüber zu beschweren. Ich werde sie nicht alle zur (deutschen) Vernunft bringen können. Da ich fest vorhabe hier in den USA zu bleiben muss ich sie so nehmen wie sie ist. Das ist was Integration bedeutet.

Und sonst so?
Diesen Monat waren wir unglaubliche 4 Mal auf dem Houston Rodeo! Das Rodeo ist ein großes Spektakel und eine Texas-Hautnah Erfahrung. In einem riesen Football Stadium, das 75000 Zuschauer fasst, finden Wettbewerbe zu Bullenreiten, Wildpferdreiten, Kalbeinfangen usw. statt. Am Ende des Abends gibt es immer ein Konzert eines aktuellen Stars oder Countrymusik. Wir hatten Karten für Fall Out Boy, Pitbull und Ariana Grande. Einen Tag lang haben wir uns nur das Gelände herum angeschaut mit Rummel, Shops, Farmtieren und allerhand anderen Dingen.
Zum Rodeo ist es üblich sich countrymäßig anzuziehen und ich habe mir endlich echte Cowboystiefel gegönnt. 
Original Leder Cowboystiefel :-)

Ich liebe es ja verschiedene Outfits oder auch Kostüme anzuziehen und so haben wir uns zum Houston Rodeo als Cowboy und Cowgirl verkleidet.
Ein weiteres Highligt auf dem Rodeo-Rummel sind die im Teig frittierten Oreos (Schokodoppelkeks). Superlecker! Ich könnt schon wieder...


Hier ist ein echter Longhornbulle. Danger! Watch out for the horns! Ist schon ganz schön krass.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Umzug ins Haus

Ich lebe nun seit fast 4 Wochen bei meinem Freund im Haus. Das war ein sehr aufregender Schritt für uns. Und ja, was soll ich sagen - es läuft wunderbar. Einziger Haken an der Sache: Ich muss jetzt jeden Morgen und jeden Abend nach der Arbeit jeden Tag jeweils eine Strecke von 45 min mit dem Auto fahren. Lange Zeit war ich mir deswegen auch sehr unsicher, ob es wirklich gut gehen wird. Ich bin ohnehin schon so gestresst von der Arbeit und kam sonst immer so erschöpft von der Arbeit, dass ich nach dem Abendbrot oft auf der Couch ungeplant einschlief und erst nachts um Zwei oder so wieder aufwachte um mich dann Bettfertig zu machen und dann in mein richtiges Bett zu gehen. Und dann der Gedanke zusätzlich noch 90 min vom Tag zu verlieren. Ich hielte es für unschaffbar, unmöglich aber natürlich wollte ich es ausprobieren.
Nun habe ich fast 4 komplette Wochen hinter mir und es ist nicht so schlimm wie erwartet. Es ist sogar sehr schön. Schön ist es natürlich mit meinem Liebsten zusammenzusein und zusammen zu essen.
Inzwischen haben wir per Auto schon die ersten Dinge, wie zB Anziehsachen, Schuhe, Drogerieartikel, Kosmetik, (Haar)Schmuck aus meiner Wohnung geholt. Fast die Komplette Küchenausstattung ist noch in meiner Wohnung, er hat ja schließlich auch einen vollständig funktionierenden Haushalt.
Das hier werde ich wohl vermissen wenn ich meine alte Wohnung aufgebe: mein wunderwunderschöner Ausblick. Hach - Natur!
Aber das kann ich einigermaßen verschmerzen, denn einen Privatpool mit Palmen drum herum im Garten zu haben ist naürlich auch nicht schlecht. Ich sag nur Tropical-Livestyle-USA!!!
So kann man es aushalten. An ein paar Tagen war es sogar schon warm genug im Januar und Februar im Bikini in der Sonne zu braten. Diese Woche war es hundekalt, Tagelang unter 5°C. So kaltes Wetter finde ich einfach nur furchtbar und es macht mich launisch und depressiv. Zum Glück soll es zum Wochenende wieder warm werden und dann sollte ja auch bald der heiße Sommer beginnen.

Das hier ist mein neuer Kleiderschrank im Schlafzimmer. Er ist etwas kleiner als der in meiner alten Wohnung aber die essenszielle Grundausstattung, also was man im Alltag so braucht, passt rein und für den Rest meiner Sachen habe ich im oben in einem weiteren Schrank noch Platz. Ich habe meine Sachen farblich sortiert. Jeder sollte einen Regenbogen im Kleiderschrank haben :-)
Ich fahre jetzt also jeden Morgen um etwa 8:15 los um um 9 Uhr auf Arbeit zu sein. Dann versuche ich pünklich um 6 Uhr Feierabend zu machen und fahre dann wieder 45 Minuten zurück. Vorgestern Abend gab es nach endlosen tüben Tagen einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Ich freue mich schon darauf wenn die Uhren wieder umgestellt werden und ich noch bei etwas Tageslicht nach Hause fahren kann.
Dann war ja diesen Monat auch noch Valentinstag. Unser erster. Der Tag war wunderschön. Trotz des total blödsinnigen Drucks, dass Valentinstag besonders perfekt harmonisch und romantisch sein muss, war er es bei uns tatsächlich einfach nur perfekt. 
Jetzt wünsche ich allen noch einen schönen Restfebruar und dass der März schön warm und sonnig wird.

Montag, 26. Januar 2015

Jeff und ich :-)

Nach den ganzen Blogeinträgen zur 3D Animation wird es jetzt wieder etwas persönlicher. Ich habe Jeff Ende März 2014 kennengelernt. Er ist Amerikaner aber mit deutschen/polnischen Wurzeln. Seine Urgroßeltern sind damals um 1890 rum in die USA ausgewandert. Wir verstehen uns prächtig und es läuft wunderbar zwischen uns. Im letzten Jahr haben wir einiges unternommen und ich werde hier nur ein paar wenige Fotos posten, also im Verhältnis zur Anzahl der Fotos die wir zusammen geschossen haben. Natürlich ist auch die Aufzählung der Dinge die wir unternommen haben unvollständig, aber hier sind zumindest ein paar Highlights. Alles Ander würde den Rahmen sprengen.
Wir beide lieben Reisen und Natur, und am liebsten tropisches Klima. So ging unsere erste gemeisame Reise nach Playa del Carmen, Mexico. Das hatten wir schon bei unserem zweiten Date so abgemacht. Seine Freunde haben ihn für verrückt erklärt. Aber wir fanden das beide total normal. Amerikaner verreisen in der Regel kaum außerhalb der USA, deswegen bin ich um so glücklicher, dass ich ihn getroffen habe. Er liebt es zu verreisen und vor allem zu fliegen.

Playa del Carmen, Mexico - Akumal Bucht

Dann waren wir zusammen in New Orleans bei einem Beyonce-Konzert. Ein Traum ging für mich in Erfüllung. Anschließend haben wir in New Orleans noch ein bisschen Party gemacht.
 In New Orleans sind immer viele feierwütige junge Leute und in den Bars und Clubs gibt es ohne Ende live Musik, besonders natürlich Jazz aber auch Rock und Alternative.

Ende Juli ist mein Geburtstag und den haben wir gebührend mit Eiscremetorte und im Pool gefeiert.

Dann waren wir im August etwas mehr als 3 Wochen lang in Deutschland. Das war so toll und seltsam zugeich ihm alles zu zeigen wo ich aufgewachsen und die meiste Zeit meines Lebens verbracht hatte.
Der Fernsehturm in Berlin :-)

Wir hatten in Deutschland leider etwas Pech mit dem Wetter. Ich hatte meine Reise extra im August geplant um warmes Wetter zu haben aber war nix, da wurde ich dann aber immerhin wieder daran erinnert warum ich Deutschland verlassen habe, auch wenn ich viele Dinge, wie zB das gute Essen sehr vermisse. Wieder zurück in Texas war es endlich wieder warm. Und wir haben die Natural Bridge Tropfsteinhöhlen besichtigt und sind am nächsten Tag "Tubing" gegangen.

Dabei lässt man sich mit einem LKW-Reifen einen Fluss entlangtreiben. Herrliche Natur, mal entspannt und mal spannend mit ein paar Stromschnellen.

Wir gehen immermal zusammen aus, manchmal nur wir beide und manchmal mit Freunden.

Hier waren wir auf einer Party mit Jeffs Kollegen eingeladen. Es ist total interssant die ganzen NASA-Mitarbeiter kennenzulernen.

Dann war Halloween und ich habe meinen ersten Kürbis geschnitzt. Das macht total Laune. Alles was mit Kunst und Creativ zu tun hat mache ich total gerne.

Natürlich brauchten wir für die Halloween-Party Pärchen-Kostüme. Wir beide mögen keine Grusel oder Horrorgeschichen, dann sind wir halt als Football-Player und Cheerleader gegangen. Jeff kommt aus Minnesota, daher kam nur sein lokales Team in Frage - die Minnesota Vikings.


Über Thanksgiving sind wir mit dem Auto erst durch Texas, dann New Mexico, Arizona bis an die Westküste in Californien gefahren. Unterwegs haben wir bei den beeindruckenden Saguaro-Kakteen in der Nähe von Phoenix, Arizona angehalten und dann auch noch ein paar Familienmitglieder von Jeff besucht.
Ich kann immer wieder nur staunen, wie groß diese Kakteen werden können. Total faszinierend!

In Arizona sind wir dann noch zum Meteor Crator und zum Grand Canyon gefahren.

Der Grand Canyon hat so riesige Ausmaße, dass es im wahrsten Sinne des Wortes einfach nur unfassbar ist. Man bräuchte einen Größenvergleich damit das Gehirn wirklich versteht, wie wahnsinnig tief und weit der Canyon ist. Es ist einfach nur unwirklich wenn man dort steht und langläuft. Ich hatte den Drang immer weiterzugehen um ihn vielleicht zu umrunden aber das ist natürlich ein Witz, dafür bräuchte man Monate und so mussten wir schließlich bei Sonnenuntergang zum Auto zurück und wir hatten ja auch noch ein paar Autostunden vor uns. 

Es ging direkt im Anschluss weiter nach San Diego, Californien, direkt an der Pazifikküste ganz im Süden der USA.

Californien ist total schön mit den ganzen Bergen usw aber ich muss doch sagen, dass ich Florida lieber mag. Ich bin eben ein tropisches Gewächs, ;-) Californien ist mir zu trocken.

Weihnachten haben wir mit Jeffs Familie in Minnesota verbracht. Dort war es SAUKALT!!! Aber doch sehr schön mit der ganzen Familie zu feiern. Ich hab die Kälte überlebt, sogar ohne Erkältung denn ich wusste, dass wir zu Silvester in Florida sein würden. Wir sind für 4 Tage nach Miami geflogen und sind zusammen mit Pitbull in einer Live-Fernsehshow Übertragung gut in das Neue Jahr reingerutscht. Das war wirklich einmalig und wir sind uns einig, dass das schwer zu toppen sein wird, und dass wir davon noch unseren Enkeln erzählen werden. :-D

Pittbulls New Years Party 2015 im Thompson Hotel at Miami Beach.

Dienstag, 4. März 2014

Mardi Gras Galveston!

Aus aktuellem Anlass werde ich über den Mardi Gras (Karneval/Fasching) in Galveston berichten. Mardi Gras ist französich und bedeutet Fetter Dienstag. Es ist der letzte Tag an dem nochmal ordentlich geschlemmt und gefeiert werden kann vor dem Beginn der vorösterlichen Fastenzeit am Aschermittwoch. Da Dienstag ein Arbeitstag ist, verteilen sich die Feierlichkeiten hauptsächlich auf die zwei Wochenenden davor. Die Tradition wurde von französischstämmigen Katholiken in die USA gebracht. Besonders bekannt für Mardi Gras-Feierlichkeiten ist New Orleans und daneben alle ehemals französischen Kolonien in Louisiana, Mississippi und Alabama.
Hier in Galveston, Texas wird Mardi Gras auch ordentlich gefeiert. Man zieht sich in den Farben lila - grün - gelb an und es scheint hauptsächlich darum zu gehen die ganz typischen Beads - die Perlenketten zu fangen, die die Leute von den Balkonen oder von den Paradenwagen werfen. 
In Galveston gibt es einige Paraden, bei denen unter anderem Highschool und College-Kapellen und deren Chearleader mitlaufen. Dieses Tor zum Beispiel steht dort das ganze Jahr über und ist eine der Hauptadern der Paraden.
 Quelle: http://www.stepbystep.com/wp-content/uploads/2013/05/How-to-Experience-Mardi-Gras-in-Rural-Louisiana1.jpg
Hier sind erstmal ein paar Fotos um einen Eindruck zu bekommen. Dieses Jahr war mein zweites Mardi Gras und ich liebe diese fröhliche und verrückt intensive Stimmung und die ganzen Leute, die zusammenkommen um ausgelassen zu feiern. Es gibt den ganzen Tag Paraden, Bier, Life-Konzerte und natürlich Leute die mit Perlenketten werfen und Leute die diese sammeln.
Hauptact letztes Wochenende war Uncle Kracker. Die meisten erinnern sich wahrscheinlich noch an seinen Nummer 1 Hit Follow me.
Die Band und Uncle Kracker habe gute Stimmung gemacht, sein Hit kam natürlich gut an aber auch seine restlichen Songs waren sehr "Country" sowas mögen wir Texaner :-)
Das hier war übrigens mein Outfit, lila Kleid und orange-grünes Augenmakeup. Die Heels habe ich später dann noch gegen Stiefel mit nicht ganz so krassen Absätzen ausgetauscht.
Je später der Abend desto wilder und wilder wurde es. Natürlich hängt das mit dem steigenden Alkoholpegel zusammen. Am ersten Wochenende sind wir relativ früh, gegen 21 Uhr zurück nach Hause aber die Umzüge hatten wir uns natürlich angesehen.
Ich bin im protestantischen Teil Deutschlands aufgewachsen, daher war bei uns der Karneval und die anschließende Fastenzeit gar nicht üblich. Natürlich kenne ich das Jeckentum aus dem Fernsehen aber das ist auch alles. Mein lufiges Outfit hat gut Aufmerksamkeit erregt und so konnte ich einige Beads sammeln. Es ist der Wahnsinn was zusammengekommen ist.

Ein Foto mit allen Perlenketten und ein bisschen Photoshopeffektspielerei.
Letztes Wochenende war dann die zweite Mardi Gras Party und diesmal sind wir erst spät abends los und haben die Partyleute im absoluten Ausnahmezustand erlebt. In den Menschenmassen vor der Bühne wurde ich unter anderem gegen meinen Willen von einem jungen Mann auf die Schultern genommen und neben meiner Freundin auf einem podestartigen Bierbartisch abgestellt! Hilfe - ich hab doch so Höhenangst! Er hatte mich gefragt, aber obwohl ich dankend abgeleht hatte, hat er's trotzdem gemacht und als ich halb angehoben wurde, hab ich natürlich mitbalanciert um Schlimmeres zu vermeiden. War ich froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben! Aber solche verrückte Sachen erlebt man eben nicht alle Tage und so schlimm wars im Nachhinein auch gar nicht und ich würde immer wieder zum Mardi Gras gehen.



 Vor besagter Bühne. Dort im Hintergrund in der Menge sieht man auch ein paar Leute auf Tischen tanzen. So einer war's, nur hatte ich nicht das Bedürfnis drauf zu tanzen sondern wollte nur ganz schnell wieder runter.
In der Menge mit einem ganz typisch verkleideten Mardi Gras Typen, den wir nicht kannten und nie wieder sahen aber ich finde er verkörpert die Stimmung des Abends total.
Noch später, fast bevor der Abend ganz vorbei war, konnte man die nicht so schöne Seite des Mardi Gras sehen: auf dem Boden Perlenketten über Perlenketten und leere Bierflaschen und anderer Abfall.
Pünktlich um 1 Uhr wurde die Musik abgeschaltet und wir wurden freundlich aber bestimmt vom bis an die Zähne bewaffneten SWAT(?) Polizeiräumkommando aufgefordert schnellstens abzuhauen. Das war schon sehr krass, ich war angeheitert genug das fast schon komisch zu finden und ich habe von dem Spektakel ein paar Fotos geschossen. Irgendwann sind dann aber selbst wir abgehauen, immerhin kamen sie immer dichter und sie wurden nicht langsamer.
Krass oder? Danach brauchte ich verständlicherweise erstmal einen Mardi Gras Cupcake.

Da ich nun hier hauptsächlich unter Katholiken lebe stellt sich auch mir die Frage: Fasten oder nicht Fasten? Letztes Jahr hab ich ein bisschen gefastet. Ich habe zwar nicht wie allgemein üblich auf Fleich verzichtet sondern auf mein liebstes Nahrungsmittel: Nudeln. Darunter hat aber meine Laune extrem gelitten, denn es ist ja im Allgemeinen bekannt, dass Nudeln wie auch Schokolade die Endorphinproduktion anregen und daher glücklich machen. Darauf kann ich einfach nicht verzichten.
Dieses Jahr habe ich nochmal drüber nachgedacht und ich stimme Martin Luther zu. "Nicht die quantifizierbaren äußeren Akte seien wichtig, sondern die Gesinnung. In diesem Sinn äußert sich Martin Luther in seinem Sermon von den guten Werken:

    „Ich will jetzt davon schweigen, dass manche so fasten, dass sie sich dennoch vollsaufen; dass manche so reichlich mit Fischen und anderen Speisen fasten, dass sie mit Fleisch, Eiern und Butter dem Fasten viel näher kämen … Wenn nun jemand fände, dass auf Fische hin sich mehr Mutwillen regte in seinem Fleisch als auf Eier und Fleisch hin, so soll er Fleisch und nicht Eier essen. Andererseits, wenn er fände, dass ihm vom Fasten der Kopf wüst und toll oder der Leib und der Magen verderbt würde […], so soll er das Fasten ganz gehen lassen und essen, schlafen, müßig gehen, so viel ihm zur Gesundheit nötig ist.“    ....Quelle: Wikipedia.

Ich werde daher auf eine gesunde ausgewogene Ernährung achten und eher versuchen mein Gemüt durch vermehrte Meditation ins Reine zu bringen. Ich denke nicht, dass Fasten mich zu einem besseren, ausgeglicherenen Menschen machen würde, sondern es trainiert jediglich das Durchhaltevermögen.

Freitag, 8. Februar 2013

Christmas Lights

Weihnachten ist ja nun auch schon ein bisschen her aber ich bin leider vorher noch nicht dazu gekommen diese tollen Fotos zu sortieren und hochzuladen. Ich habe zusammen mit meinen Freunden in Orlando in Florida Weihnachten gefeiert. Es war wirklich sehr schön und ich weiß nun, dass ich definitiv weder Kält noch Schnee brauche um in weihnachtliche Stimmung zu kommen. Es ist eher das Gefühl, wenn man zusammen mit Freunden und Famile ein schönes Fest vorbereitet, man das Haus schmückt, Essen zubereitet, den Tisch schön deckt und dabei Weihnachtsmusik hört. Eine Sache ist allerdings ganz ganz wichtig und die wird hier in den USA dank günstiger Strompreise auch bis ins Extrem celebriert und hier ist mehr definitiv auch mehr: Weihnachtsbeleuchtung!!!
An dem Abend war es angenehm warm und ich habe einen Spaziergang durch die Nachbarschaft gemacht und Fotos geschossen. Ich liebe ja Light Motion Bilder und zu Weihnachten drängen sich mir die Motive quasi auf. Ich habe hier die besten der chaotischen Lichtkunstwerke ausgewählt.
In direkter Nachbarschaft meiner Freunde, also so etwa 5 Häuser die Straße runter hat ein Nachbar eine unfassbar geile Light-Soundshow aus seinem Haus gemacht! Die Beleuchtung hat mit der Musik getanzt, die über Lautsprecher und über eine Radiofrequenz in der Nähe des Hauses übertragen wurde. Ich war schon am Vorweihnachtsaben ein paar mal mit meinen Freunden dort und wir wollten gar nicht mehr weg aber während der Feier und mit ein-zwei Gläsern Wein intus hat die Lichtsoundshow richtig geknallt! Es sind ein paar Videos von dem Haus auf Youtube, hier ist eines meiner Lieblingslieder:
Wir sind dann zusammen mit dem Auto noch durch die größere Nachbarschaft gefahren und haben die ganzen geschmückten Häuser bewundert und Fotos gemacht.

Das letzte Foto zeigt übrigens das Haus meiner Freunde mit zugegebenermaßen für amerikanische Verhältnisse bescheidener Weihnachtsbeleuchtung, für nächstes Jahr muss da auf jeden Fall ein Upgrade her.