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Samstag, 13. April 2013

Scientific Artwork I

Ich hab ja schon immer gerne gemalt, gezeichnet und Kunst mit den verschiedensten Medien ausprobiert. Ursprünglich hatte ich auch darüber nachgedacht Graphic-Designerin zu werden. Ich hatte zu Abizeit dann die Berufsaussichten der Naturwissenschaftler und der Graphic-Designer verglichen und fand dass der Naturwissenschaftler die sicherere Wahl war. Nun bin ich promovierte Biochemikerin und mein Herz schlägt noch immer für Kunst und Gestaltung. Wenn ich Abbildungen für Publikationen oder wissenschaftliche Poster machen kann, dann geht mein Herz auf. Das macht einfach Laune. Außerdem bin ich nun schon zum 3. Mal Webmaster für die Arbeitsgruppenhomepage.
In den letzten Monaten denke ich immer stärker darüber nach, ob ich als wissenschaftlicher Künstler leben könnte. Angefangen hat alles mit einem Art-of-Science Wettbewerb beim Biophysical Society Meeting in Philadelphia, USA im Februar diesen Jahres. 57th Biophysical Society Meeting Das war eine viertägige Riesenkonferenz mit etwa 5000 Teilnehmern wo Biophysik Wissenschaftler der ganzen Welt ihre neusten Forschungsergebnisse vorgestellt haben. Unfassbar Inspirierend!
Dort wurde ein Art-of-Science Wettbewerb ausgeschrieben und ich war eine der 10 Finalisten! Das war super aufregend und ich hätte bei dieser Teilnehmermasse nicht damit gerechnet, vor allem weil ich nur etwa 3 Stunden Arbeit reingesteckt habe. Hier ist es das Design und außerdem ein Foto von mir mit dem Poster in der Ausstellung auf der Konferenz.

Das fand natürlich auch meine Cheffin super! So wurden viele Leute auf unsere Arbeit aufmerksam, denn die Röhren sind unser momentanes Forschungsthema. Auch an meiner UNI in Galveston hatten einige Leute von meinem Erfolg gehört und rein zufällig wurde gerade nach einem Logo für die nächste Strukturbiologietagung gesucht und sie meinten ich solle doch etwas einsenden.
Das Thema lautete "Integrated Structural Biology" und ich habe daraufhin das hier gestaltet:

Das hat für etwas Verwirrung gesorgt, denn eigentlich ging meine Cheffin davon aus, dass ich etwas Ähnliches wie mein Biophysical Society Design machen würde. Daraufhin hab ich dann noch fix das hier zusammengestellt und ans Kommittee geschickt.
Ich lag aber von Anfang an richtig, denn sie fanden mein urprüngliches Design besser und letztendlich hab ich den Designwettbewerb gewonnen und mein Logo wurde ausgewählt, wird auf T-Shirts, Postern und Tagugngsbüchern zusehen sein. Ich finde sie haben es etwas verhunzt aber nun gut, immerhin hab ich dafür sogar etwas Geld bekommen und als Künstler muss man mit sowas wohl rechnen und sollte genügend Abstand zu seinen "Kindern" schaffen. Hier ist der Link zur offiziellen Tagugngsseite: Structural Biology Symposium 2013  Und so sieht das Poster nun aus:
Ich habe auch noch ein paar andere Graphicarbeiten gemacht und fange jetzt auch noch ein Projekt zur 3D-Animation an. Letzte Woche habe ich außerdem erfahren, dass ich einen weiteren lokalen Kunstwettbewerb gewonnen habe und auch dieses Logo auf Postern und T-Shirts zusehen sein wird. Nächste Woche Dienstag werden offizielle Fotos gemacht, die dann online veröffentlicht werden. Mehr dazu beim nächsten Update. Es sieht also so aus, als hätte ich einen Lauf. Ich hoffe das geht so weiter und ich kann vielleicht wirklich irgendwann von meiner Wissenschafltichen Kunst leben.

Dienstag, 13. November 2012

tropical-lifestyle-USA

Das ist mein neuer Blogtitel! Crystal-Princess-USA war einmal... Tropical-lifestyle-USA passt ja auch viel eher zu meinen Themen. Ich liebe einfach das tropische Klima, die Strände, die Sonne, die Pflanzen, die Musik, die Leute und eben was sonst noch alles dazugehört. Das ist es worüber ich schreibe und wovon ich Fotos poste. Zu meinem Lifestyle gehört außerdem alles, was ich so erlebe und was mich gerade begeistert. Ich habe zB auch vor weiterhin Outfits zu zeigen.
Als ich den Blog "Crystal-Princess-USA" nannte, war ich noch in Deutschland und dachte, ich würde auch etwas über meine Arbeit als Röntgenkristallographin schreiben und eben auch tolle Kristalle zeigen können. Das hatte sich in Orlando dann leider erledigt. Wir werden sehen, ob ich jemals wieder als Kristallographin arbeite, im Prinzip hat ja meine Cheffin sogar etwas in dieser Richtung angedeutet aber das hörte sich noch wie ferne Zukunftsmusik an. Meine Arbeit war jedenfalls noch nie das Hauptthema meines Blogs und ich habe auch nicht vor das zu ändern. Besser spät als nie und längst überfällig will ich jetzt hier ein paar gesammelte Schönheiten aus meiner alten Arbeitsgruppe aus Deutschland zeigen.
Das sind natürlich gewachsene Proteinkristalle, fotografiert unter dem Lichtmikroskop. Wunderschön, oder? Sie faszinieren mich noch immer total und auch wenn ich jetzt im Bereich der Elektronenmikroskopie arbeite, werde ich meine Begeisterung für die Kristalle nicht verlieren, nur zu meinem Blog passt es eben nicht.
Goodbye Crystal-Princess-USA!

Donnerstag, 16. August 2012

Meine Arbeit

Morgen muss ich im Institut einen Vortrag über meine Arbeit halten und ich bin jetzt schon aufgeregt. Der Vortrag ist im Prinzip fertig, nur durchsprechen muss ich ihn noch. Das hab ich als Anlass genommen um mal die Folien meiner Präsentation auf Deutsch zu übersetzen. 
Meine Meinung zum Labor hier in Galveston: Ich bin hier sehr zufrieden. Gerade heute hatte ich einen wissenschaftlchen Durchbruch und wir werden wohl bald unsere Arbeit veröffentlichen können. Das ist schon super erstaunlich denn ich bin gerade mal knappe 6 Monate hier. Wer hätte das gedacht, nach der üblen Erfahrung die ich in Orlando gemacht habe. Den Strand vermisse ich noch immer aber wenigstens passts hier mit der Arbeit und da muss ich nunmal wohl oder übel die meiste Zeit meines Tages mit verbringen.

Wir wollen die 3D-Struktur des Blutgerinnungsproteins Faktor VIII lösen und benutzen Elektronen-Mikroskopie als Methode. Hier sind ein paar erklärende Bilder dazu:
Das ist es also kurz und knapp zusammengefasst. Mit dem Elektronenmikroskop bekommt man reale Bilder. Unsere Proteine ordnen sich spiralförmig um Röhrchen an. Sie sind relativ regelmäßig angeordnet. Meine Kollegin nimmt etwa 500 solcher Bilder auf, dann schneide ich die Rörchenabschnitte aus und mit Hilfe eines Computerprogrammes werden alle übereinander gelagert. So bekommt man ein ziemlich scharfes Foto (2D) davon. Mit einem anderen Computerprogramm wird dann berechnet wie sich die Proteine um das Rörchen angeordnet haben - dann wird es 3D! Gerade heute habe die Lösung dafür gefunden, das ist sehr aufregend!  Meine Cheffin und ich haben da schon seit etwa 2 Monaten dran rumprobiert und heute hat es bei mir funktioniert. Und weil wir reale Bilder haben können wir das Model direkt mit den Mikroskop-Bildern vergleichen und wissen, wenn es richtig ist - und es sieht sehr gut aus! Leider kann ich davon keine Bilder zeigen, da dies noch unveröffentlichtes Wissenschaftliches Material ist. Sobald das publiziert ist, werde ich ein Update machen.
Ich stecke natürlich sehr tief in der Materie drin und weiß nicht in wie weit das jetzt für einen Ottonormalverbraucher verständlich ist. Ich hoffe ich konnte zumindest ein paar Klarheiten beseitigen ;).