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Freitag, 9. Mai 2014

San Francisco


 Quelle: https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjyQoYpO8BfiMdkmQrNULp2fDG9sgFY_sU7p_W_aU3-a_SdWAN80eoF_QO5v6L5Oa6z9PZDsK0WRbKGVAj75Hn5nDGbsekq1M-Ykq5Kl9fNYOxsRrfHEqx5lEj8lwK9KfE8GrWvg0MTxHW-/s1600/aphoto49721.jpg
San Francisco ist super! Ich wollte unbedingt hin als ich hoerte dass dort die Biophysical Society Konferenz stattfinden sollte. Ich muss dazusagen, ich bin kein Fan von Staedtereisen aber San Francisco war noch viel interessanter als erwartet, im Prinzip ist es ein grosser Vergnuegungspark :-)! Wer also die Chance hat dorthin zu fahren: es ist unbedingt eine Reise wert. Ich war dort fuer 4 Tage mitte Februar. Temperatur so 15-18 Grad, recht angenehm.
Am ersten Tag hatte ich einen Mietwagen, denn ich wollte unbedingt ueber die Golden Gate Bridge fahren und eigentlich auch durch die beruehmte Lombard Street, aber das hatte ich mir dann spaeter noch anders ueberlegt. Vom Flughafen aus hatte ich mein Navi zum Pier 39 programmiert, denn von dort legen die Boote ab, die unter der Golden Gate Bridge durchfahren. 
Und dann gings los, fremdes Auto, fremde Stadt, chaotische Verkehrsverhaeltnisse! Langsam gewoehnte ich mich an das Auto, da entschied mein Navi: wir fahren am besten mitten durch San Francisco. Ich habe von steilen Strassen in San Francisco gehoert, natuerlich von besonders von der Lombard-Street, die kannte ich von Fotos aber - meine Guete ! - dort zu mit dem Auto zu fahren ist definitiv nix fuer Warmduscher (und ich bin so einer...). Die Strassen sind dort so unfassbar steil! Man faehrt dann auf so eine Wand zu und zweifelt daran,  dass das Auto die Steigung ueberhaupt schaffen kann, also rein technisch. Es gab kein Weg zurueck. Ich hatte immer Ortsansaessige hinter mir, die undeduldig draengelten. Dann also Augen zu und durch - naja vielleicht doch besser die Augen auflassen. Aber ich hab nur Oh Gott Oh Gott Oh Gott Oh Gott Oh Gott staendig wiederholt und fuehlte mich wie auf einer Achterbahn, wenn man die grosse Steigung hochgezogen wird. Mein Auto fuhr also ueberraschenderweise. Ich hatte allerdings die dumme Befuerchtung, dass wenn man so einen steilen Berg hochfaert, es danach dann auch irgendwann wieder steil hinab geht, wie bei der Achterbahn eben. Hier mal ein paar Fotos damit man sieht was ich meine.
Quelle:  http://motorlust.files.wordpress.com/2013/05/semitruck-stuck-on-hill-san-fran.jpg
Quelle: http://www.datapointed.net/media/2009/11/street_big.jpg
 Quelle: http://sfcitizen.com/blog/wp-content/uploads/2009/02/img_1467-copy.jpg
Was die Sache noch verschlimmert hat, waren die verrueckten Autofahrer, die Touristen und besonders die Radfahrer, alle sind umhergekurvt als waeren sie lebensmuede! Ich musste extrem aufpassen und so richtig vertrauen konnte ich meinem Auto noch immer nicht. Ich wusste nun dass es die Steigungen schafft ohne rueckwaerts wieder runter zurutschen aber wie gut sind die Bremsen wenn es extrem steil bergab geht? Wieder Oh Gott Oh Gott Oh Gott Oh Gott Oh Gott .....Nervenkitzel pur! 
 Quelle: https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi4Krph5a6Id1gnPibpK36rgBynU_eKHR3UhyuPHyU9dVCO39ot7YRPnL2tPVvVXsT5rQS1te4vjAJ34SJdiuLhJREN1OoVIExsT55PPeyZ9a201cX5hdqDmxvRFgOvAPwCV3V4EjUSoqs/s1600/IMG_7406a.jpg
Ich war fast voellig am Ende, da bin ich rein zufaellig an der Lombard-Street vorbeigefahren. Vorbeigefahren, wohlbemerkt, nicht hinuntergefahren. Ich haette es koennen aber ich hab dann doch lieber mein Auto abgestellt und bin zu Fuss weiter. Die Lombard-Street ist an einer Stelle so steil, dass 8 enge serpentinartige Kurven gebaut werden mussten. Die Lombard-Street ist eine der Haupt-Touristenattraktionen von San Francisco und besonders im Fruehling und Sommer wunderschoen bepflanzt.
Quelle: http://www.cityprofile.com/forum/attachments/california/10403-san-francisco-lombard-street-picture.jpg
 Quelle: https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhn0nwkNnbyb4PhYdxgbSLN4FOaeZXP14rJpIJ_m8gb5gvjyeZetOOoUpHzCNws-D3FDsUNSwZo3n2V9mRTwaeapo8wPzdlyqd3yh4oeTEL9JO66Ls4I3hmASEnJWHd8vROrSPGqLiDJ9t8/?imgmax=800
 Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7e/Lombard_street.jpg
Der Blick auf die Bucht und die restliche Stadt ist schon sehr beeindruckend.
Dann kam ich endlich am Pier 39 an (am Fusse der Berge, auf Hoehe des Meerespiegels) und war verdammt froh dass ich und alle anderen Verkehrsteilnehmer die mir begegneten meine Rundfahrt durch die steilen Strassen von San Francisco ueberlebt hatten und unbeschadet davonkamen. Jetzt gings also aufs Boot unter der Golden Gate Bridge hindurch. Leider war an dem Tag der fuer die Bucht von San Francisco so beruehmt beruechtigte Nebel, dass die Bruecke fast komplett in dicken Nebelbaenken verschwand.
Erst als wir fast direkt unter ihr waren, tauchte die Bruecke aus dem Nebeldickicht auf. Vom Boot aus hatte man auch einen schoenen Ausblick auf San Francisco.
Direkt in der Bucht ist auch die beruehmt beruechtigte Gefaengnis-Insel Alcatraz. Sie hat eine sehr spannende Geschichte, die ich aber hier aus Platzgruenden nicht erzaehlen kann. Ich empfehle Wikipedia. Alcatraz ist uebrigens das spanische Wort fuer Pelikan.
Die Insel ist heute ein Naturschutzgebiet. Das Gefaengnis wurde schon im Jahre 1963 stillgelegt. Man sieht nur noch die alten Ruinen.
Dann wollte ich endlich eigenhaendig ueber die Golden Gate Bridge fahren. Es war leider sehr neblig aber trotztdem ein absolut cooles gefuehl die dicken Stahlseile von so nah dran zu sehen. Auf der 
anderen Seite der Bruecke ist ein schoenes Parkgebiet mit Blick auf die Bruecke und San Francisco. 
 Wegen des dicken Nebels sah man allerdings leider nicht so viel.
Californien ist schon echt schoen. Die Kombination der hohen Berge ganz dicht an der Kueste hat etwas sehr magisches. Da stoert nicht einmal der Nebel.
Auch die Golden Gate Bridge hat eine sehr intessante Geschichte. Fuer Einzelheiten empfehle ich wieder Wikipedia aber hier mal was mich besonders beeindruckt hat: Die Bruecke wurde im 1937 fertiggestellt. Der Bau war sehr lange umstritten und wurde lange Zeit als technisch unmoeglich betrachtet. Die Bucht ist sehr lang und dazu tief, hat starke Stroemungen und Winde und dann zusatzlich noch die extrem dichten Nebel. Wie man sieht wurde die Bruecke dann doch erfolgreich gebaut und ist heute das San Francisco Wahrzeichen schlechthin. Die typische orangerote Farbe war eigentlich zunaechst als Rostschutz gedacht. Urspruenglich sollte die Bruecke schwarzgelb gestreift angestrichen werden, damit man sie besser im Nebel sieht. Das wurde aber wieder verworfen, da sich die orangerote Rostschutzfarbe so gut in die Umgebung eingefuegt hatte.
Wieder zurueck am Pier 39 hatte ich ploetzlich einen seltsamen Laerm im Ohr. Es hoerte sich fast wie Seehunde an. Erst dachte ich es waere irgendeine Show oder sowas aber es waren tatsaechlich Seehunde.

Total witzig aber man haelt es nur relativ kurz dort aus. Diese Seehundmassen stroemten einen "charakteristischen" Geruch aus...
Dann bin ich zurueck zum Flughafen gefahren um meinen Mietwagen abzugeben. Ich hatte mich vorher noch erkundigt, welche Strassen denn relativ gerade waeren ohne krasse Steigungen. Ich wollte nicht noch einmal durch diese Achterbahn fahren!
Am naechsten Tag begann die Biophysical Society Konferenz. Die erfolgreichsten Biophysiker aus der ganzen Welt praesentierten ihre brandaktuellen Forschungsergebnisse. Diesen Vortraegen zuzuhoeren ist einschuechternd aber auch motivierend zugleich. Ich habe ein Poster mit meinen Forschungsergebnissen vorgestellt.
Der eigentliche Grund warum ich unbedingt zur Konferenz wollte, (also nicht nur um San Francisco zu sehen) war natuerlich der Dom und die Weltpremiere meiner 3D Animationen. Ueber die Animationen werde ich dann noch in einem anderen Post berichten. Nur soviel: sie kamen sehr gut an und haben mir gleich ein paar neue Auftraege eingebracht.
Das bin ich vor dem Dom und zeige auf meine momentane Heimat - Galveston in Texas. 
Der erste Konferenztag war zum Glueck nicht so lang und ich konnte nochmal zum Pier 39 fahren und dort ins Aquarium gehen. Meine Geburtsstadt in Deutschland hat zwei beruehmte Aquarien und so bin ich ziemlich verwoehnt und schwer zu beeindrucken.
Ganz besonders toll fand ich die Quallenbecken! Quallen sind sehr schwierig zu halten. Sie sind sehr empfindlich aber eben wunderschoen, besonders wenn sie so angeleuchtet werden. Am Strand mag ich Quallen ueberhaupt nicht aber so im Aquarium finde ich sie extrem beeindruckend.
Den langen Tunnel fand ich auch super. Er hatte ein Foerderband wo man sich einfach raufstellen konnte und dann langsam durch den Tunnel fahren. Sie hatten dort viele richtig grosse Fische, Haie und Rochen in Tunnel.
Am naechsten Tag habe ich mir dann San Francisco in der Naehe des Konferenz-Zentrums angeschaut. San Francisco ist sehr speziell. Es ist nicht die typisch amerikanische langweilige Stadt wo alles gleich aussieht. San Francisco ist sehr individuell und man spuert eine ganz besondere Atmospaehre. Es gibt sehr viele Strassenmusiker aber leider auch sehr sehr viele Bettler. Die Menschen in San Francisco sind sehr modern und individuell gekleidet. 
 Union Square
 Jewish - Art Museum
!!! Sauerstoff-Bar!!!
Ganz besonders fuer San Francisco ist der grosse Anteil an Asiaten, es gibt ganz besonders viele Chinesen. In Chinatown, ein paar Strassenzuege mitten in San Francisco, fuehlt man sich als waere man ploetzlich in China.
Dann ging die Konferenz langsam zu ende und ich habe es endlich geschafft mit den Cablecars zu fahren. Das ist ein Riesenspass! Die Cablecars fahren durch die steilsten Strassen von San Francisco. Es ist wie Achterbahn fahren. Die Cablecars sind eine der Haupttouristenattraktionen von San Francisco und werden von Hand betrieben und gebremst. Sie sind bei den Touristen sehr beliebt und daher gibt es lange Wartezeiten. 
Die Cablecars fahren die ganz steilen Huegel problemlos hoch und runter. Wer die volle Droehnung Bauchkribbeln haben will, haengt sich aussen dran.
Am Ende meiner Reise hab ich dann nochmal den Hafen besucht. Ich bin in einer Hafenstadt aufgewachsen und mich zieht es daher immer zum Wasser. Am Hafen fuehle ich mich irgendwie immer zu Hause, egal wo in der Welt. 
Und was waere fuer mich eine Ausflugsfahrt ohne den Strand abzuchecken. Hier mit der Golden Gate Bridge im Hintergrund. Die Wasserqualitaet hat mich sehr positiv ueberrascht. Obwohl der Strand sehr dicht am Hafen war, ist das Wasser sauber und klar. Da wuerde ich baden gehen. 
So, das wars zu San Francisco. Was ein Mammutbericht! Deswegen hats auch so lange gedauert bis ich die Zeit fand diesen Eintrag zu scheiben. Ich haette gut und gerne mehrere Eintraege daraus machen koennen aber das wollte ich nicht. Ich hab inzwischen so viele tolle andere Sachen erlebt die auch erzaehlt und gezeigt werden wollen :).


Dienstag, 15. April 2014

Weihnachten unterm Palmenbaum

Ich hab wahnsinnig lange nicht mehr geschrieben. Das hat verschiedene Gründe. 1. war ich im Februar in San Francisco und das war superklasse auf so vielen Ebenen. Da werde ich auch noch drüber berichten. Meine Dom-Animationen waren ein voller Erfolg und haben mir weitere Aufträge eingebracht. Damit komme ich zu Punkt 2. Ich versuche meine wenige Zeit maximal zu nutzen und arbeite gerade an einem wichtigen wissenschaftlichen Kunstprojekt. 3. habe ich endlich einen neuen Computer, welcher genialerweise einen  3D-Bildschirm hat. Dieser Computer ist auch sonst sehr leistungsfähig (supermoderner Prozessor, viel Arbeitsspeicher und gute Graphickarte) damit kann ich dann meine zukünftigen Animationen rendern. 4. war auch sonst viel los und ich hab auch immer viele Fotos geschossen, die ich jetzt nach und nach langsam abarbeiten und hier posten werde. Mit dem neuen Computer ist das jetzt auch etwas bequemer.
Nun erstmal zu meinem Weihnachtsurlaub. Ich persönlich kann ja auf Schnee und Kälte sehr gut verzichten ;-) und ich brauche das dann auch nicht um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Ich habe diesmal meinen bisher längsten Roadtrip gemacht und bin innerhalb von 3 Tagen in etwa 22 Autostunden von Galveston, TX bis runter nach Key Largo, Florida gefahren. 
 Quelle: Google Maps. Meine Route. Ganz in der Naehe von Key Largo, sind auch Cuba und die Bahamas. Wenn ich diese Reiseziele höre, muss ich immer sofort an Urlaub denken.
In den letzten paar Monaten hab ich meine innere Einstellung zur Lebensweise auch deutlich umgestellt. Ich habe mich viel mit "Lifehack" ala Anthony Robbins oder dem "Secret" von Rhonda Byrne beschäftigt und versuche eine positive Einstellung zu haben, und schlechte Gedanken wie Angst und Panik so gut es geht zu vertreiben. Bisher klappt es ganz gut. Ganz wichtig dabei ist es das zu schätzen und dankbar dafür zu sein was man hat. Und wenn man sich irgendetwas wünscht oder es visualisieren will muss man dabei ganz präzise sein und wirklich wissen, was man will.
Dabei hatte ich neulich einen Aha-Moment. Den Wunsch in einer Gegend mit warmen Klima zu wohnen, hatte ich schon seit meiner Kindheit. Ich hatte immer das Gefühl nicht für das deutsche Klima gemacht zu sein. Ich hab dann immer gesagt: Wenn dort Palmen wachsen können, sollte es für mich auch gut auszuhalten sein. Gesagt - geschehen. Ich lebe jetzt in Galveston, TX und hier können Palmen wachsen. Allerdings wachsen sie hier nicht wild, sondern sind alle angepflanzt.
Wildwachsende Palmen habe ich von Florida aus gesehen bis etwa New Orleans beobachtet, allerdings  weiter westlich allerdings nur ein paar Vereinzelte. In Orlando und Umgebung gibt es Massen dieser wildwachsenden Palmettos. Dieses Foto ist im Winter entstanden, deswegen sind die Bäume in Hintergrund so kahl.
Warum also erzähle ich soviel über Palmen? OK, das Thema des Posts ist Weihnachten unterm Palmenbaum - also darf ich das :-D. Nein, worauf ich hinaus will ist das als Beispiel zu nehmen, um präzise Lebenswünsche zu äußern. Ich hab immer gesagt, ich möchte irgendwo leben, wo Palmen wachsen können. Allerdings war mir der Winter selbst hier in Galveston noch viel zu unangenehm kalt und ich möchte daher korrigieren: Ich möchte irgendwo leben, wo Kokospalmen wachsen können. Kokospalmen gedeihen hervorragend bei einer Temperatur von 27°C und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 70%. Unter 21°C ist das Wachstum deutlich verlangsamt. Rein zufällig ist auch für mich 21°C die absolute Untergrenze bei der ich es in einem Raum aushalte, selbst zum Schlafen. Die rote Linie zeigt die Grenze des natürlichen Kokosnusshabitats.
Quelle: Wikipedia. Wie man sieht verläuft diese Linie durch den Süden Floridas. Jetzt weiß ich auch warum ich mich im Süden Floridas so pudelwohl fühle. Ich bin eine Kokospalme :-) Naja, nicht nur deswegen, denn ich liebe ja auch diese türkiesfarbenen Strände, aber das Klima ist schon sehr wichtig. Rein zufällig ist mir gerade aufgefallen, dass mein Kokosnussöl fest ist (ich benutze Kokosnussöl manchmal als Haarpflege). Und wenn man darüber nachdenkt, ist es schon irgendwie logisch, dass die Kokosnusspalme mindestens Temperaturen braucht, bei der das Kokusnussöl flüssig ist, ansonsten würde es ja alles verstopfen und die inneren Kreisläufe der Kokosnuss blockieren.
In dem Sinne freue ich mich auf den Tag wenn das Kokosnussöl flüssig wird. Im Moment heize ich meine Wohnung auf etwa 24°C. Das gönne ich mir. Wir hatten dieses Jahr einen verdammt langen und kalten Winter. Zum Glück habe ich etwa 2 Wochen davon im Süden Floridas verbracht.
Nun also zum eigentlichen Thema, Weihnachten unterm Palmenbaum:
Joy to the World! Eiskaffewetter - so muss das sein, so hab ich das gern! Dann natürlich eine Kokospalme:
Weihnachten habe ich zusammen mit ein paar Freunden bei Tim in Key Largo, Florida gefeiert. Wir hatten ordentlich Spaß, haben rumgeblödelt, lecker gegessen und getrunken.

Er wohnt auf einem Grundstück mit direktem Wasserzugang. Herrlich. Da braucht man dann logischerweise auch ein Boot.
Ich liebe die intensive Farbe der Bougainvillea. Inzwischen habe ich auf meinem Balkon auch zwei dieser Büsche und sie blühen und gedeihen gut im Südtexanischen Klima.
Ich war natürlich auch wieder mal Schnorcheln und auch bei verschiedenen Traumstränden. Zu meinen Strandausflügen dann in einem späteren Post. Schnorcheln war wieder super, auch wenn die See etwas rauh war und etwas aufgewühlt. Direkt am Riff allerdings war das Wasser trotzdem glasklar und auch deutlich ruhiger, das ist schon erstaunlich! Ich liebe dieses türkiese Wasser mit den ganzen bunten Fischen und dem Korallenriff.
Na dann bis zum nächsten Post!

Dienstag, 4. März 2014

Mardi Gras Galveston!

Aus aktuellem Anlass werde ich über den Mardi Gras (Karneval/Fasching) in Galveston berichten. Mardi Gras ist französich und bedeutet Fetter Dienstag. Es ist der letzte Tag an dem nochmal ordentlich geschlemmt und gefeiert werden kann vor dem Beginn der vorösterlichen Fastenzeit am Aschermittwoch. Da Dienstag ein Arbeitstag ist, verteilen sich die Feierlichkeiten hauptsächlich auf die zwei Wochenenden davor. Die Tradition wurde von französischstämmigen Katholiken in die USA gebracht. Besonders bekannt für Mardi Gras-Feierlichkeiten ist New Orleans und daneben alle ehemals französischen Kolonien in Louisiana, Mississippi und Alabama.
Hier in Galveston, Texas wird Mardi Gras auch ordentlich gefeiert. Man zieht sich in den Farben lila - grün - gelb an und es scheint hauptsächlich darum zu gehen die ganz typischen Beads - die Perlenketten zu fangen, die die Leute von den Balkonen oder von den Paradenwagen werfen. 
In Galveston gibt es einige Paraden, bei denen unter anderem Highschool und College-Kapellen und deren Chearleader mitlaufen. Dieses Tor zum Beispiel steht dort das ganze Jahr über und ist eine der Hauptadern der Paraden.
 Quelle: http://www.stepbystep.com/wp-content/uploads/2013/05/How-to-Experience-Mardi-Gras-in-Rural-Louisiana1.jpg
Hier sind erstmal ein paar Fotos um einen Eindruck zu bekommen. Dieses Jahr war mein zweites Mardi Gras und ich liebe diese fröhliche und verrückt intensive Stimmung und die ganzen Leute, die zusammenkommen um ausgelassen zu feiern. Es gibt den ganzen Tag Paraden, Bier, Life-Konzerte und natürlich Leute die mit Perlenketten werfen und Leute die diese sammeln.
Hauptact letztes Wochenende war Uncle Kracker. Die meisten erinnern sich wahrscheinlich noch an seinen Nummer 1 Hit Follow me.
Die Band und Uncle Kracker habe gute Stimmung gemacht, sein Hit kam natürlich gut an aber auch seine restlichen Songs waren sehr "Country" sowas mögen wir Texaner :-)
Das hier war übrigens mein Outfit, lila Kleid und orange-grünes Augenmakeup. Die Heels habe ich später dann noch gegen Stiefel mit nicht ganz so krassen Absätzen ausgetauscht.
Je später der Abend desto wilder und wilder wurde es. Natürlich hängt das mit dem steigenden Alkoholpegel zusammen. Am ersten Wochenende sind wir relativ früh, gegen 21 Uhr zurück nach Hause aber die Umzüge hatten wir uns natürlich angesehen.
Ich bin im protestantischen Teil Deutschlands aufgewachsen, daher war bei uns der Karneval und die anschließende Fastenzeit gar nicht üblich. Natürlich kenne ich das Jeckentum aus dem Fernsehen aber das ist auch alles. Mein lufiges Outfit hat gut Aufmerksamkeit erregt und so konnte ich einige Beads sammeln. Es ist der Wahnsinn was zusammengekommen ist.

Ein Foto mit allen Perlenketten und ein bisschen Photoshopeffektspielerei.
Letztes Wochenende war dann die zweite Mardi Gras Party und diesmal sind wir erst spät abends los und haben die Partyleute im absoluten Ausnahmezustand erlebt. In den Menschenmassen vor der Bühne wurde ich unter anderem gegen meinen Willen von einem jungen Mann auf die Schultern genommen und neben meiner Freundin auf einem podestartigen Bierbartisch abgestellt! Hilfe - ich hab doch so Höhenangst! Er hatte mich gefragt, aber obwohl ich dankend abgeleht hatte, hat er's trotzdem gemacht und als ich halb angehoben wurde, hab ich natürlich mitbalanciert um Schlimmeres zu vermeiden. War ich froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben! Aber solche verrückte Sachen erlebt man eben nicht alle Tage und so schlimm wars im Nachhinein auch gar nicht und ich würde immer wieder zum Mardi Gras gehen.



 Vor besagter Bühne. Dort im Hintergrund in der Menge sieht man auch ein paar Leute auf Tischen tanzen. So einer war's, nur hatte ich nicht das Bedürfnis drauf zu tanzen sondern wollte nur ganz schnell wieder runter.
In der Menge mit einem ganz typisch verkleideten Mardi Gras Typen, den wir nicht kannten und nie wieder sahen aber ich finde er verkörpert die Stimmung des Abends total.
Noch später, fast bevor der Abend ganz vorbei war, konnte man die nicht so schöne Seite des Mardi Gras sehen: auf dem Boden Perlenketten über Perlenketten und leere Bierflaschen und anderer Abfall.
Pünktlich um 1 Uhr wurde die Musik abgeschaltet und wir wurden freundlich aber bestimmt vom bis an die Zähne bewaffneten SWAT(?) Polizeiräumkommando aufgefordert schnellstens abzuhauen. Das war schon sehr krass, ich war angeheitert genug das fast schon komisch zu finden und ich habe von dem Spektakel ein paar Fotos geschossen. Irgendwann sind dann aber selbst wir abgehauen, immerhin kamen sie immer dichter und sie wurden nicht langsamer.
Krass oder? Danach brauchte ich verständlicherweise erstmal einen Mardi Gras Cupcake.

Da ich nun hier hauptsächlich unter Katholiken lebe stellt sich auch mir die Frage: Fasten oder nicht Fasten? Letztes Jahr hab ich ein bisschen gefastet. Ich habe zwar nicht wie allgemein üblich auf Fleich verzichtet sondern auf mein liebstes Nahrungsmittel: Nudeln. Darunter hat aber meine Laune extrem gelitten, denn es ist ja im Allgemeinen bekannt, dass Nudeln wie auch Schokolade die Endorphinproduktion anregen und daher glücklich machen. Darauf kann ich einfach nicht verzichten.
Dieses Jahr habe ich nochmal drüber nachgedacht und ich stimme Martin Luther zu. "Nicht die quantifizierbaren äußeren Akte seien wichtig, sondern die Gesinnung. In diesem Sinn äußert sich Martin Luther in seinem Sermon von den guten Werken:

    „Ich will jetzt davon schweigen, dass manche so fasten, dass sie sich dennoch vollsaufen; dass manche so reichlich mit Fischen und anderen Speisen fasten, dass sie mit Fleisch, Eiern und Butter dem Fasten viel näher kämen … Wenn nun jemand fände, dass auf Fische hin sich mehr Mutwillen regte in seinem Fleisch als auf Eier und Fleisch hin, so soll er Fleisch und nicht Eier essen. Andererseits, wenn er fände, dass ihm vom Fasten der Kopf wüst und toll oder der Leib und der Magen verderbt würde […], so soll er das Fasten ganz gehen lassen und essen, schlafen, müßig gehen, so viel ihm zur Gesundheit nötig ist.“    ....Quelle: Wikipedia.

Ich werde daher auf eine gesunde ausgewogene Ernährung achten und eher versuchen mein Gemüt durch vermehrte Meditation ins Reine zu bringen. Ich denke nicht, dass Fasten mich zu einem besseren, ausgeglicherenen Menschen machen würde, sondern es trainiert jediglich das Durchhaltevermögen.